Inhalt:
.Fact Sheet: Armut (EU-SILC 2008)
Armutsgefährdungsquote:
Österreich: 12,4%, Anzahl der Armutsgefährdeten: rd. 1 Million
EU-27: 17%, Anzahl der Armutsgefährdeten: 80 Millionen
Armutsgefährdungsquote Kindern, Jugendlichen und junge Erwachsenen bis 26 Jahre (soferne sie noch im Haushalt der Eltern leben): 15%
Armutsgefährdungsquote Personen im erwerbstätigen Alter (20-64 Jahre):
Insgesamt: 11%
Männer: 10%
Frauen: 12%
Armutsgefährdungsquote PensionistInnen (65+ Jahre):
Insgesamt: 15%
Pensionisten: 12%
Pensionistinnen: 17%
Manifeste Armut: betrifft 6% der Bevölkerung (niedriges Einkommen und finanzielle Deprivation treten gleichzeitig auf)
Armutsgefährdungsschwelle (mal 12):
Einpersonenhaushalt: 951 Euro
2-Personenhaushalt: 1.426 Euro
Familie mit 1 Kind: 1.711 Euro
Familie mit 2 Kindern: 1.996 Euro
Familie mit 3 Kindern: 2.281 Euro
Alleinerziehend mit 1 Kind: 1.236 Euro
Alleinerziehend mit 2 Kindern: 1.521 Euro
Besonders von Armut betroffene Gruppen/Armutsgefährdungsquote:
Haushalte mit Langzeitarbeitslosigkeit: 43%
Alleinerziehende: 29%
Alleinlebende Pensionistinnen: 24%
Alleinlebende Frauen ohne Pension: 20%
5 wesentliche Faktoren für die Armutsgefährdung sind:
- die Höhe und Verteilung der Sozialleistungen
- die Verteilung der Haushaltseinkommen
- das Ausmaß der Arbeitslosigkeit und die Beschäftigungschancen
- der Bildungs- und Ausbildungsstand
- Personen- und Haushaltsmerkmale (alleinlebende Pensionistinnen, Behinderung, Ein-Eltern-Haushalte, Haushalte mit 3 und mehr Kindern, Migrationshintergrund)
Sozialleistungen:
Sozialleistungen reduzieren um mehr als zwei Drittel das Armutsgefährdungsrisiko und sichern Teilhabechancen. Ohne Pensionen und Sozialleistungen würde die Armutsgefährdungsquote anstatt bei 12% bei 43% liegen. Für Personen, die keine Pensionen, jedoch Sozialleistungen erhalten, reduziert sich die Quote von 25% auf 12%.
Die wichtigste Maßnahme um Armut zu verhindern ist ein Arbeitsplatz mit adäquater Entlohnung.
Armutsgefährdungsquote für Personen, die 12 Monate hindurch voll- oder teilzeiterwerbstätig waren: 6%.
Armutsgefährdungsquote für Personen, die nicht ganzjährig erwerbstätig waren: 13%.
Der armutsmindernde Effekt von Erwerbstätigkeit manifestiert sich besonders in Haushalten mit Kindern. Durch die Erwerbstätigkeit der Mutter wird die Armutsgefährdung um fast zwei Drittel reduziert.
Beispiel: Mehrpersonenhaushalt mit einem Kind: ohne Erwerbstätigkeit der Frau: Armutsgefährdungsquote 20%, mit Erwerbstätigkeit: 6%.
Eine höhere Erwerbsbeteiligung von Müttern senkt nicht nur die Armutsgefährdung von Familien mit Kindern, sie ermöglicht Frauen u.a. auch eine bessere Absicherung bei Sozialrisiken und im Alter.









