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Lebenshilfe Österreich


"Special People"

Öffentliche Bewusstseinbildung zur Inklusion von Menschen mit intellektueller Behinderung

Menschen mit intellektueller Behinderung, sogenannter geistiger Behinderung, brechen aus ihren früheren „Schutzräumen" heraus und bewegen sich in die Mitte der Gesellschaft. Um soziale Ausgrenzung und Barrieren immer mehr verschwinden zu lassen, ist die Idee der Inklusion wegweisend.

Integration war gestern, Inklusion ist heute. Inklusion bedeutet gleiche Rechte für Menschen, die verschieden sind. Es geht darum, dass jeder und jede Einzelne in seiner und ihrer Verschiedenheit als vollwertig wahrgenommen wird und von Anfang an dabei ist - in der Kindergrippe, in der Schule, beim Turnverein, im Seniorentreff. Rechtliche Basis dafür ist die UN-Konvention über die Rechte von Menschen mit Behinderungen, die in Österreich im Jahr 2008 ratifiziert wurde.

Trickfilm und Aktion als Wegbereiter zur Inklusion und Teilhabe

Der Trickfilm mit dem Arbeitstitel „Special People" macht nicht nur die Teilhabe von Menschen mit Behinderungen zum Thema, sondern zeigt sie auch vor: Menschen mit Lernschwierigkeiten werden in diesem Filmprojekt zu aktiven GestalterInnen des Handlungsstranges.

Warum gerade ein Trickfilm? Die Spezialform des Trickfilms eignet sich besonders gut dazu, ein komplexes Thema möglichst verständlich zu präsentieren. Das, was Menschen mit Behinderungen neben ihren künstlerischen Begabungen an menschlichen Qualitäten zur Gesellschaft beitragen können, wird sichtbar, hörbar und spürbar erlebbar.

Der Pilotfilm zeigt die Dichterin Renate Gradwohl und ihren Umgang mit ihrer Behinderung, ihrem Leben und ihren Mitmenschen. Renate Gradwohls Dichtung „Der Böse Gerhard" befasst sich mit den großen Themen der Weltliteratur: Liebe, Eifersucht und Tod. Das Design für die animierten Puppen, die die ProtagonistInnen des literarischen Miniaturdramas sein werden, stammt ebenfalls aus ihrer Feder:

Renate Gradwohl arbeitet in der Lebenshilfewerkstatt in Kindberg. Sie schreibt Gedichte und Texte und bebildert sie mit gezeichneten und kolorierten Grafiken. Renate Gradwohls Text „Der Böse Gerhard" wurde für den EUCREA 2008, den Literaturwettbewerb für Menschen mit geistiger Behinderung für den deutschsprachigen Raum, nominiert.



Renate Gradwohl

„Der böse Gerhard"

Kann nicht schlafen.
Träumen - böser Gerhard.
Habe keinen Mann.
Leben - gestorben.
Brauch einen Mann.
Böser Gerhard!
Husten, Tränen.
Kann nicht schlafen.
Ich - Begräbnis. Tot.
Böser Gerhard.
Warum? Ich will heiraten.
Kann nicht schlafen.
Mir geht´s gut.
Ich lebe nicht.
Böser Gerhard!
Früh auf - Tränen.
Warum? Böser Gerhard!
Ingrid.
Böse Ingrid!
Traurig.
Kann nicht. Begräbnis.
Leben! Helfen!
Nie mehr soll sterben.
Kirche - Herz. Ring.
Böser Gerhard.
Warum?
Keiner mehr küssen.
Böser Gerhard.



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